Die unterschiedlichen Phasen der Gruppenbildung – Wie ein Team entstehen kann

Häufig hört man bei Sportmannschaften, dass ein gemeinsamer Teamgeist entstanden ist, oder dass im Laufe einer Zusammenarbeit etwas zusammenwächst, was größer ist als die einzelnen Fähigkeiten der Teammitglieder. Doch woher kommt das? Wie kann aus einer Gruppe eine Team entstehen, welche Bedingungen müssen dafür erfüllt sein?

Ein wichtiger erster Schritt ist sich seiner selbst und den Eigenschaften der anderen Teammitglieder bewusst zu werden. Welche Gemeinsamkeiten liegen vor aber auch welche Unterschiede. Welche Kulturen oder auch sprachliche Vorteile aber eventuell auch Hürden gibt es. Hierfür ist das Bewusstsein sehr wichtig.

Unabhängig der Gemeinsamkeiten oder Unterschiede ist gute Teamarbeit aber immer möglich und, ganzwichtig, trainierbar. Hierfür muss die Zusammenarbeit praktiziert und die Kooperation eingeübt werden. Dies kann sehr gut in Spielen und Simulationen erfolgen, muss aber ab einem gewissen Zeitpunkt dann auch in Gruppenarbeit münden, welcher der realen Aufgaben immer näher wird.

Schon für das Einüben der Gruppenarbeit bedarf es aber eines gemeinsamen Ziels, dessen Erreichen die oberste Priorität eines jeden Teambuilding-Spiel sein soll. Nur wenn eine gemeinsame Aufgabe vorliegt, können die Spielenden erfahren, wie die Gruppenarbeit in der gegebenen Konstellation am erfolgreichsten verlaufen wird. So entstehen im Spielverlauf Erfolge, es bildet sich Vertrauen und ein Wir-Gefühl kann entstehen.

Um das Teambuilding erfolgreich zu gestalten, müssen sich die Gruppenmitglieder bewusst sein, dass sie im Laufe des Teambuilding-Prozess als Team gemeinsame Phasen durchlaufen. Der Psychologe Bruce Tuckman hat dies in einem Phasenmodell beschrieben. Er untergliedert dabei in fünf Phasen, wobei die letzte Phase, die Auflösung des Teams, erst im Nachhinein hinzugefügt wurde und speziell für den spielerischen Umgang mit Teambuilding eine untergeordnete Rolle spielt.

Die einzelnen Phasen sind Forming (Orientierungsphase), Storming (Konfrontationsphase), Norming (Kooperationsphase), Performing (Wachstumsphase) und Adjourning (Auflösungsphase).

In der Orientierungsphase sind die meisten Teammitglieder positiv und höflich. Einige dagegen auch noch etwas besorgt, da sie nicht ganz verstanden haben, welche Arbeit das Team leisten wird. Andere sind einfach begeistert von der anstehenden Aufgabe. Hier bedarf es durch den Spielleiter einer führenden Rolle, da die Rollen und Verantwortlichkeiten der Teammitglieder nicht klar sind. Diese Phase dauert einige Zeit und es empfiehlt sich vermehrt Kennenlernspiele durchzuführen.

Die Konfrontationsphase ist die Sturmphase des Teambuilding, in der die Menschen beginnen, gegen die in der Orientierungsphase festgelegten Grenzen vorzugehen und es zur Rollenklärung kommt. Dies ist die Phase, in der viele Teams scheitern. Da Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen unterschiedlich arbeiten und vorgehen, sollten hier viele Kooperations- und Kommunikationsspiele durchgeführt werden. Hierbei sollen die Teambuilding Spiele auch nicht kompetitiv sein.

Nach und nach geht das Team dann in die Kooperationsphase über. Hier beginnen die Personen, ihre Rollen zu finden und die Stärken der Kollegen zu schätzen. In diesen Phasen können Bewegungsspiele die nötige Lockerheit bringen und die Teambuilding-Maßnahmen sollten vor allem Kommunikation und konstruktives Feedback im Fokus haben.


In der Wachstumsphase führt harte Arbeit ohne Reibung zur Erreichung des Teamziels. Es bedarf nun besonders strategischer Spiele, so das Delegation und die Weiterentwicklung als Team gefördert werden. Hier können auch Spiele mit Wettkampfcharakter ein Team weiter formen.


Final kommt es zur Auflösungsphase. Hier empfehlen sich nochmal lockere Spiele, deren zentraler Fokus der Spaßfaktor ist. Unabhängig der Phasen ist es besonders wichtig, dass sich ein Team stets bewusst ist, dass es diese unterschiedlichen Phasen durchläuft. Es sollte stets eine gewisse Moderation durch den Spielleiter oder eines Mitglieds mit Führungsrolle stattfinden.

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